Psychologische Biokriegsführung

in Vorbereitung

Spätestens seit dem Zweiten Weltkrieg gibt es auch eine Form der Kriegsführung, die ich – beispielsweise 2003 in Anthrax und das Versagen der Geheimdienste als psychologische biologische Kriegsführung bezeichnet habe:

Eng verwandt damit sind Methoden des Bio-Psycho-Terrors.

 

Begonnen mit phsychologischer biologischer Kriegsführung haben Briten und US-Amerikaner im Zweiten Weltkrieg. 1943 verbreiteten die Briten in Deutschland einengefälschten Sonderabdruck aus dem Reichsgesundheitsblatt mit Ratschlägen zur Bekämpfung von Pest. Die Fälschung folgte weitgehend dem Original, betonte die Gefahr eine2r Pesteinschleppung – die zu dieser Zeit außerordentlich befürchtet wurde – viel stärker als der deutschen Gesundheitsaufklärung entsprach. Es wurde der Eindruck erweckt, scheinbar harmlose Krankheitssymptome könnten pestverdächtig sein und in jedem Fall einen Arztbesuch notwendig machen. Nach Einschätzungdes deutschen Biowaffenexperten Professor Heinrich Kliewe war es Ziel der britischen Aktion, Truppe und Zivilbevölkerung zu beunruhigen und die medizinischen Untersuchungsstellen durch erhöhte Inanspruchnahme stärker zu belasten.

Ein ähnliches Ziel verfolgte die Verbreitung eines gefälschten Reclam-Heftchens gegen Ende des Zweiten Weltkrieges durch die angloamerikanische Organisation für psychologische Kriegsführung.  Unter dem Titel Krankheit rettet wurde ausführlich beschrieben, wie man Krankheiten aller Art simulieren kann, Tuberkulose zum Beispiel, oder auch „schwere Rückenschmerzen“, „teilweise Lähmung“, „Schmerz in der Brust“ und so weiter. 

 

 

Man erwartete von dieser Aktion, „dass eine Anzahl von Deutschen diese Regeln befolgen wird“. Auch sollten dadurch deutsche Ärzte veranlasst werden, „auch in den Fällen ein Simulieren zu vermuten, in denen der Patient nicht simuliert“ und dass sie „von jetzt ab effektiv kranke Männer und Frauen an ihre Arbeit zurückschicken und dadurch vielleicht zur Verbreitung von Krankheiten beitragen“.

 

 

Die deutsche Wehrmachtsführung war von dieser Aktion und deren potentieller Wirksamkeit offenbar sehr beeindruckt. Sie ließ von ihrer Propagandaabteilung  unter dem schönen Titel Better a few weeks ill than all your life dead eine – weitgehend originalgetreue – Übersetzung anfertigen und auf einem als Streichholzbriefchen getarnten Faltflugblatt drucken und verbreiten.

 

Klaus Kirchner hat 1976 Faksimilés des Reclam-Heftchens und des Streichholzbrief-Flugblattes zusammen mit einem Begleittext herausgegeben.

 

 

Fake News

Milzbandbriefe

 

Ich hingegen habe bereits im Frühjahr 1945 in dem „Nonne“ genannten Leipziger Stadtwäldchen ein Originalexemplar des gefälschten Reclam-Heftchens im Unterholz gefunden. Darüber berichte ich gleich zu Beginn in meiner Autobiographie.

 

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